Ökumenische Begegnungsstätte WELCOME, Blaufelden

Im leerstehenden Kindergarten der Evangelischen Kirchengemeinde wurde die Begegnungsstätte WELCOME Blaufelden mit Begegnungscafé, Verkauf von gebrauchter Kleidung und Haushaltswaren sowie Reparaturwerkstatt eingerichtet.

 

1. Wann hat das Projekt begonnen?

Beginn der konzeptionellen Planung war Ende 2016; die Eröffnung der Begegnungsstätte war am 21.Mai 2018.

 

2. Welche Überlegungen haben Sie geleitet?

Wie so oft entstehen Ideen aus unterschiedlichen Bedarfen. So war der leerstehende Kindergarten in Blaufelden ein idealer Raum, um den langehegten Wunsch nach einem gemeindenahen Begegnungs- und Versorgungsangebot in die Tat umzusetzen. Zudem formulierte der Freundeskreis Asyl den Wunsch nach einer Begegnungsmöglichkeit bzw. nach einem Treffpunkt. Alleine das Sozialraumprofil von Blaufelden/Schrozberg/Rot am See bildete im Sept. 2016 eine Zahl in Höhe von 331 Menschen in Hartz IV Lebenslagen ab. Die Zahl der Flüchtlinge in den Unterkünften dieser Gemeinden betrug im Jan. 2017 142 Personen. Die Zahl der allein erzogenen Kinder ist lt. Jugendhilfebericht 2014 im Bereich Wallhausen, Langenburg und Gerabronn überdurchschnittlich hoch. Und der Bedarf an Begegnung von Menschen, die entweder alt und/oder einsam sind oder eine Behinderung haben ist aufgrund des demografischen Wandels auch in Blaufelden/Schrozberg/Rot am See gemessen an Gesamt Baden-Württemberg signifikant hoch anzunehmen.

Das heißt, im „WELCOME“ treffen sich junge und ältere Menschen, Habende und Nichthabende, Menschen mit und ohne Behinderung, alleinerziehende Frauen und Männer, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Neubürger und Neubürgerinnen und „alt“ eingesessene Bürger und Bürgerinnen, kirchennahe und kirchenferne Mitbürger und Mitbürgerinnen sowie Menschen, die ehrenamtlich tätig sein möchten.

 

3. Wie wurde die Projektidee umgesetzt?

Räumlichkeiten waren schon vorhanden, mussten jedoch umgebaut werden. Hauptträger der Einrichtung ist die Evangelische Kirchengemeinde Blaufelden. Kooperateure sind die Katholische Kirchengemeinde Blaufelden und der Diakonieverband, der die operative Arbeit für eine begrenzte Zeit hauptamtlich übernimmt. Die Projektfinanzierung erfolgt durch den "Aktionsplan Inklusion" und die Aktion Mensch.

 

4.  Welche Erfahrungen haben Sie durch das Projekt gemacht?

  • Alle Angebote werden sehr gut angenommen. Die Öffnung ist immer Mittwochs 14.30-17 Uhr – es sind durchschnittlich 50 Besucher da.
  •  Die Besucher kommen – wie beabsichtigt – aus unterschiedlichen Gruppierungen: Bewohner des Ortes und seiner umliegenden Gemeinden, Alte, Junge Menschen mit und ohne Behinderung, Neubürger, Alteingesessene, Asylsuchende….. es ist eine neue Kooperation mit der Tagestätte der Samariterstiftung entstanden…
  • Bis auf einen kleine Anteil Hauptamt für die operative Arbeit (Diakonieverband) wird alles im Ehrenamt geleistet – vom Umbau des Gebäudes über den Verkauf, Reparaturwerkstatt bis zum wöchentlichen Mitbringen eines selbst gebackenen Kuchens für das Café. Hier wird sehr viel geleistet – jedoch muss dieses Ehrenamt auch entsprechend beworben und bekümmert werden.
  • Unterschiedliche Kooperateure müssen gemeinsame Ziele definieren um das Projekt umzusetzen und voranzubringen.

 

5.  Welche Erkenntnisse über den Auftrag/ die Möglichkeiten von Kirche, Gemeinde und Pfarrdienst haben Sie durch das diakonisch profilierte Projekt gewonnen?

  • Diakonie ist gelebter Glaube! Dieses Projekt ermöglicht den Schritt: raus aus der Gottesdienstzeit hinein in die Gemeinde und zu den Menschen. Das ist hier gelungen, denn wir haben eine überkonfessionelle Begegnungsmöglichkeit.
  • Das Vertrauen in die Kirche wird gestärkt, denn gelebter Glaube wird so sichtbar und erlebbar.

 

6.  Kam es durch das Projekt zu nachhaltigen Veränderungen in Ihrer Kirchengemeinde?

Diese Frage können wir momentan noch nicht beantworten.